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    Chemie in Schnullern

    Schnullerparade / Foto: A. Liebhart, pixelio.de

    Schnul­ler­pa­rade / Foto: A. Lieb­hart, pixelio.de

    Bei einer aktu­el­len Unter­su­chung fand der Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land (BUND) in zehn von zehn getes­te­ten Schnul­lern die Sub­stanz Bisphenol-A. Diese steht im Ver­dacht, Unfrucht­bar­keit, Schä­di­gun­gen der Gehir­n­ent­wick­lung und Brust­krebs her­vor­zu­ru­fen. Die höchste Kon­zen­tra­ti­tion wurde in den Pla­tik­schir­men der Schnul­ler ent­deckt. Sie bestan­den mit einer Aus­nahme aus Poly­car­bo­nat, bei des­sen Her­stel­lung Bis­phe­nol A ein­ge­setzt wird. In den Schild­chen aus Poly­car­bo­nat zeig­ten sich in den Unter­su­chun­gen Kon­zen­tra­tio­nen zwi­schen 200 und fast 2.300 Mil­li­gramm pro Kilogramm.

    Schnul­ler mit Bis­phe­nol A

    Getes­tet wur­den Latex­schnul­ler von Babys­mile, Den­ti­star, Babylove, NUK und AVENT. Alle ent­hiel­ten den schäd­li­chen Stoff, am stärks­ten war die Kon­zen­tra­tion in den Schir­men der Mar­ken AVENT S, NUK L und Den­ti­star L.
    Im Sau­ger haben die Schnul­ler AVENT S, Babys­mile L, NUK L, Babylove L und Den­ti­star L den höchs­ten Anteil an Bis­phe­nol A.
    Hier fin­den Sie das Schnul­ler– Test­er­geb­nis von BUND als PDF-Datei.

    Reak­tio­nen auf den Schnuller-Test

    Säug­linge und Klein­kin­der rea­gie­ren beson­ders emp­find­lich auf hor­mon­ar­tige Schad­stoffe wie Bis­phe­nol A”, sagte Pro­fes­sor Ibra­him Cha­houd, Toxi­ko­loge an der Ber­li­ner Uni­ver­si­täts­kli­nik Cha­rité. “Hor­mone spie­len eine wich­tige Rolle bei der Ent­wick­lung von Orga­nen. Ist der Kör­per künst­li­chen hor­mo­n­ähn­li­chen Stof­fen aus­ge­setzt, kön­nen diese das emp­find­li­che Gleich­ge­wicht der natür­li­chen Hor­mone stören.”

    Meh­rere Her­stel­ler gaben an, aus­schlie­ßen zu kön­nen, dass Bis­phe­nol A im Saug­teil ihrer Schnul­ler vor­han­den ist, obwohl die BUND-Untersuchungen dies nun in Frage stel­len. Einige Her­stel­ler räum­ten jedoch ein, dass die Kunst­stoff­schild­chen aus Poly­car­bo­nat beste­hen und daher Bis­phe­nol A enthalten.

    Patri­cia Came­ron, BUND-Chemieexpertin: “Wir sind scho­ckiert, dass aus­ge­rech­net Baby­schnul­ler mit Bis­phe­nol A belas­tet sind. Die Her­stel­ler müs­sen nun klä­ren, wie die Che­mi­ka­lie in die Sau­ger und in die Schnul­ler gelan­gen konnte.”

    Der BUND for­derte die Schnul­ler­her­stel­ler auf, bei der Pro­duk­tion der Kunst­stoff­schilde auf Poly­car­bo­nat zu ver­zich­ten. “Es ist bekannt, dass Kin­der gern alles in den Mund neh­men, das gilt auch für den gan­zen Schnul­ler. Außer­dem steht das Kunst­stoff­schild­chen beim Sau­gen in stän­di­ger Berüh­rung mit den Lip­pen des Kin­des. In die­sem sen­si­blen Anwen­dungs­be­reich haben hor­mo­nell wirk­same Schad­stoffe nichts ver­lo­ren. Wir erwar­ten von den Fir­men, dass sie ihre Pro­duk­tion umstel­len und künf­tig auf Bis­phe­nol A ver­zich­ten”, sagte Came­ron. Der BUND for­derte von den Her­stel­lern außer­dem auf­zu­klä­ren, wie Bis­phe­nol A in die Sau­ger gelan­gen konnte sowie Maß­nah­men, die sicher­stel­len, dass die Sau­ger zukünf­tig frei von Bis­phe­nol A sind.

    Wei­tere Informationen:

    Ein Kommentar zu “Chemie in Schnullern”

    1. Denis sagt:

      Es war nur eine Frage der Zeit bis wie­der ein­mal etwas gefun­den wird. Nun sind die Schnul­ler dran! Das zeig mal wie­der das ist in der Hin­sicht unzu­rei­chend Kon­trol­len bzw. Vor­schrif­ten gibt. Für die Klei­nen sollte schon sicher gestellt sein, das keine schäd­li­chen Stoffe ein­fluss auf ihre Ent­wick­lung haben.

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